Testbericht - LK Samyang Prime-Objektive für die Eventfotografie mit Sony FE-Kameras
Für diesen Testbericht habe ich mich bewusst dafür entschieden, zwei völlig unterschiedliche Brennweiten für die Eventfotografie zu kombinieren: das LK Samyang AF 35 mm F1.4 P FE und das LK Samyang AF 135 mm 1.8 FE. Beide Objektive habe ich während des Befreiungstags in Zoetermeer intensiv genutzt. Dies ist genau eine Situation, in der alles zusammenkommt, was es für ein Objektiv schwierig macht: wechselndes Licht, Trubel, Bewegung und wenig Spielraum für Fehler. In solchen Situationen merkt man sofort, ob ein Objektiv mitmacht oder eher im Weg ist.
Über Roy Poots
Roy Poots ist ein niederländischer Fotograf, der für seine ruhige, beobachtende Arbeitsweise und seinen Fokus auf Licht, Timing und Atmosphäre bekannt ist. Obwohl er sich häufig mit Landschaften und Natur beschäftigt, wendet er denselben Ansatz auch in dynamischen Umgebungen wie Veranstaltungen an. Er arbeitet bevorzugt mit verfügbarem Licht und festen Brennweiten, wobei Zuverlässigkeit und intuitives Fotografieren im Mittelpunkt stehen.
Welches Objektiv für die Eventfotografie?
Eventfotografie wird oft mit Blitzgeräten, schnellen Zoomobjektiven und sicher eingestellten Bildern assoziiert. Der Befreiungstag beginnt am Nachmittag, dauert aber bis weit in den Abend hinein. Das bedeutet, dass man unter Bedingungen arbeitet, bei denen das Licht immer schwächer wird, während die Dynamik gerade zunimmt. Viele Fotografen entscheiden sich in einer solchen Situation für einen Blitz, um alles „sicher” scharf zu bekommen.
„Beide Samyang-Objektive sind außergewöhnlich lichtstark.”
Das habe ich bewusst nicht getan. Beide Samyang-Objektive sind außergewöhnlich lichtstark, und genau diese Eigenschaft wollte ich maximal nutzen. Für mich liegt die Herausforderung daher genau im Gegenteil: Bewegung im Dunkeln zu fotografieren, ohne Blitzlicht, feste Brennweiten und Momente, die nur einmal vorkommen, bilden zusammen eine herausfordernde Kombination. Genau deshalb eignete sich der Befreiungstag in Zoetermeer so gut für diesen Test.
Eventfotografie auf meine Art
Obwohl ich mich nicht direkt als Eventfotograf sehe, befinde ich mich regelmäßig in solchen Situationen. Ich bin nicht jemand, der Gruppen zusammenstellt und sie lächelnd fotografiert. Ich suche lieber nach unerwarteten Aktionen, Details und kurzen Momenten, die zusammen die Geschichte eines solchen Abends erzählen. Genau hier kommt für mich der Charakter eines lichtstarken Prime-Objektivs am besten zur Geltung.
Der neue Weg von Samyang, ohne Aufpreis
Mit seiner neuesten Objektivgeneration hat Samyang eindeutig den richtigen Weg eingeschlagen: sowohl in Bezug auf das Design als auch auf die Haptik und die Leistung der Objektive in der Praxis. Das zeigt sich unter anderem beim LK Samyang AF 135 mm F1.8 FE, einem der leichtesten 135-mm-Festbrennweitenobjektive auf dem Markt und bemerkenswerterweise auch dem günstigsten seiner Klasse.


Bewusste Entscheidung für feste Brennweiten von 35 mm und 135 mm
Bei Veranstaltungen arbeite ich gerne mit deutlichen Unterschieden in der Brennweite. Für mich bilden 35 mm und 135 mm zusammen ein logisches und vollständiges Paket. Das 35-mm-Objektiv ist weit genug, um mitten im Geschehen zu sein und den Kontext zu zeigen, während das 135-mm-Objektiv perfekt ist, um Menschen aus dem Trubel herauszulösen und Ruhe im Bild zu schaffen.
Ständiges Wechseln der Objektive ist theoretisch nicht ideal, aber in der Praxis habe ich dafür eine praktikable Lösung gefunden. Durch meine Erfahrung weiß ich immer besser, welche Situationen sich ankündigen und welches Objektiv dafür am besten geeignet ist. Außerdem gibt die Organisation oft im Voraus Informationen über bestimmte Momente, wie Auftritte oder Spezialeffekte. Denken Sie an Konfetti oder andere visuelle Akzente, bei denen Sie sich im Voraus für die richtige Brennweite entscheiden können.
Entscheiden Sie sich für ein Samyang 35-150 mm, wenn Sie mit einem Zoomobjektiv arbeiten möchten
Für Fotografen, die weniger wechseln oder lieber aus einer Position heraus arbeiten möchten, kann ein Zoomobjektiv wie das Samyang 35 mm-150 mm eine sinnvolle Alternative sein. Dieses ist ebenfalls lichtstark und vielseitig, allerdings arbeiten Sie dabei mit einer Blende, die von f2 bis f2,8 reicht.
Für meine Arbeitsweise bevorzuge ich persönlich feste Brennweiten, gerade wegen ihres Charakters und ihrer Vorhersehbarkeit. Die Arbeit mit festen Brennweiten erfordert jedoch vorausschauendes Denken und bewusste Bewegungen, was für nicht jeden Fotografen in hektischen Event-Situationen selbstverständlich ist.


Die unverzichtbare Geschwindigkeit des Autofokus
Bei der Eventfotografie gibt es wenig Spielraum für Fehler. Wenn sich ein Moment bietet, muss das Foto einfach scharf sein. Moderne Sony-Kameras verfügen über ein hochentwickeltes Autofokussystem, einschließlich zuverlässiger Augenerkennung. Diese Leistung hängt jedoch davon ab, was das Objektiv leisten kann. Der Fokussiermotor muss schnell, präzise und vor allem vorhersehbar reagieren.
„Wenn das Licht minimal ist und Bewegungen unvorhersehbar werden, zeigen diese Objektive, was sie können.“
Erst wenn Gehäuse und Objektiv optimal zusammenarbeiten, entsteht das nötige Vertrauen, um frei arbeiten zu können. Beide Samyang-Objektive leisten dies bemerkenswert gut. Unter guten Lichtverhältnissen ist das eigentlich auch zu erwarten, aber der echte Test findet für mich am Abend und auf der Bühne statt. Gerade dort, wo das Licht minimal ist und Bewegungen unvorhersehbar werden, zeigen diese Objektive, was sie können.
Auch bei Dunkelheit ist der Autofokus beider Samyang-Objektive zuverlässig und präzise. Bei Auftritten, bei denen sich die Künstler ständig bewegen und ihre Aktionen nicht vorhersehbar sind, konnte ich mich voll und ganz auf den Autofokus verlassen. Das sorgt für Ruhe beim Fotografieren, da man sich nicht mit Korrekturen beschäftigen muss, sondern sich ganz auf das Timing und die Komposition konzentrieren kann. Genau so, wie es sein sollte.


Scharfe Fotos, selbst bei weit geöffneter Blende
Wenn ich ein Objektiv teste, gehe ich bewusst bis an die Grenzen. Das bedeutet, dass ich fast alles mit weit geöffneter Blende fotografiere, also mit der niedrigsten Blendenzahl. So lässt man maximal Licht herein und arbeitet mit der geringstmöglichen Schärfentiefe. Genau dort sieht man sofort, ob ein Objektiv das kann, denn wenn die Schärfe nicht ganz stimmt, fällt das sofort auf.
„Die Schärfe war genau dort, wo sie sein sollte.“
Ich will ehrlich sein: In den ersten dreißig Minuten habe ich vor allem überprüft, ob die Qualität wirklich ausreichend war. Schließlich waren die Fotos für den Kunden bestimmt, da ist Sicherheit wichtig. Aber als ich während des Fotografierens begann, auf 100 Prozent zu zoomen, wuchs mein Vertrauen schnell. Die Schärfe war genau dort, wo sie sein sollte.
Fotos in Adobe Lightroom anzeigen
Dieses Gefühl wurde zu Hause nur noch bestätigt. Auch bei näherer Betrachtung blieben die Bilder überzeugend scharf, selbst bei voller Blendenöffnung. Für mich eine klare Bestätigung, dass beide Samyang-Objektive nicht nur auf dem Papier lichtstark sind, sondern auch in der Praxis das liefern, was man von ihnen erwartet.


Samyang AF 35 mm F1.4 P Sony FE im Einsatz
Das LK Samyang AF 35 mm F1.4 P FE aus der neuen Prima-Serie ist ein relativ kompaktes und leichtes Objektiv, was es in der Praxis sehr angenehm für den Langzeitgebrauch macht. Die Brennweite ist weit genug, um mehrere Personen in einem Bild zu erfassen, während der Autofokus schnell und präzise bleibt. Damit eignet sich das Objektiv sowohl für Übersichtsaufnahmen als auch für Actionaufnahmen.
Problemloses Aufnehmen von Porträts während der Veranstaltung
Bei Porträts einer einzelnen Person kann man problemlos nah herangehen. Auch bei minimaler Fokussierentfernung findet das Objektiv stets den richtigen Fokus, was Vertrauen schafft, wenn man schnell arbeiten muss. Genau das macht es in dynamischen Situationen einsetzbar, ohne dass man ständig korrigieren muss.
„Auch bei f/1,4 bleibt die Schärfe zuverlässig, selbst unter schwierigen Lichtverhältnissen.“
Darüber hinaus eignet sich das 35-mm-Objektiv hervorragend, um Vordergrundelemente mit einzubeziehen. Das sorgt für zusätzlichen Kontext und Tiefe im Bild. Ein DJ mit einem Mischpult im Bild sagt einfach mehr aus als ein einzelnes Porträt nur des DJs. Diese Freiheit, zwischen Überblick, Detail und Kontext zu wechseln, macht dieses Objektiv für mich bei Veranstaltungen besonders vielseitig.


Samyang AF 135 mm F1.8 für Eventfotografie verwenden
Das LK Samyang AF 135 mm F1.8 FE kommt besonders dann zum Tragen, wenn eine Veranstaltung chaotisch wird. Gerade dann ist es schön, Menschen aus der Masse herausgreifen zu können. Ich finde es immer interessant, besondere Personen im Publikum zu entdecken. Menschen, die durch ihre Ausstrahlung, ihren Ausdruck oder einfach dadurch auffallen, dass sie ganz im Moment aufgehen. Mit diesem Objektiv lassen sich solche Momente wunderbar isolieren.
„Mit 135 mm kann man Menschen aus dem Chaos herauslösen und Momente isolieren, ohne die Geschichte zu verlieren.“
Dank der langen Brennweite und der großen Blende entsteht ein sehr ruhiger Hintergrund. Ich finde das Bokeh weich und angenehm, wodurch die gesamte Aufmerksamkeit automatisch auf das Motiv gelenkt wird. Das macht dieses Objektiv ideal für Bilder, bei denen Emotionen und Charakter im Mittelpunkt stehen.
Den Kontext des Motivs bewahren
Das 135-mm-Objektiv eignet sich jedoch nicht nur für Isolierungen. Vom Feld aus in Richtung Bühne verwende ich das Objektiv gerade, um den Kontext zu bewahren. Denken Sie an Menschen, die sich gegenseitig auf den Schultern stehen, Arme in die Luft werfen und Effekte wie Konfetti, Rauch oder Feuer, die das Bild füllen. In solchen Situationen hilft die Kompression des Objektivs, das Ganze zusammenzuführen, ohne dass das Bild überladen wirkt. Genau diese Vielseitigkeit macht das 135-mm-Objektiv für mich zu einer wertvollen Ergänzung während einer Veranstaltung. Nach einem langen Abend voller Fotos stelle ich jedoch fest, dass das 135-mm-Objektiv aufgrund seiner Größe und seines Gewichts mehr von den Armen verlangt als das 35-mm-Objektiv.


Zusätzliche Funktionen der LK Samyang Prime-Objektive
Das Samyang AF 135 mm F1.8 FE verfügt über einen benutzerdefinierten Schalter am Objektiv. Dieser kann je nach Ihren Vorlieben oder Ihrem Arbeitsablauf nach Ihren Wünschen eingestellt werden. Dazu verwenden Sie die kostenlos herunterladbare Lens Manager-Software von LK Samyang. Darüber hinaus verfügt das Objektiv über eine Fokushaltetaste, die ebenfalls ganz nach Ihren Wünschen konfiguriert werden kann.
So können Sie das Objektiv ganz auf Ihre Arbeitsweise abstimmen, ohne ständig das Menü der Kamera aufrufen zu müssen. Das Objektiv verfügt außerdem über einen AF-Fokusbereichsbegrenzer, der in der Praxis bei der Eventfotografie sehr praktisch ist. Durch die Begrenzung des Fokusbereichs verhindern Sie, dass das Objektiv unnötigerweise versucht, zwischen etwa null und anderthalb Metern zu fokussieren. Das macht den Autofokus nicht nur schneller, sondern auch konsistenter, wenn das Tempo zunimmt.
| Spezifikation | Samyang AF 35mm F1.4 P FE | Samyang AF 135mm F1.8 FE |
|---|---|---|
| Blendenbereich | F1.4 ~ F16 | F1.8 ~ F22 |
| Optischer Aufbau | 11 Elemente in 9 Gruppen | 13 Elemente in 11 Gruppen |
| Blendenlamellen | 9 | 11 |
| Filterdurchmesser | φ 67 mm | φ 82 mm |
| Länge | 115 mm | 129,6 mm |
| Gewicht | 659 g | 772 g |
| Autofokusmotor | Linearer STM | Linearer STM |
| Design | Neues Design | Neues Design |
| Preis-Leistungs-Verhältnis | Sehr gut | Sehr gut |
Fazit – Was halte ich von diesen beiden Samyang-Festbrennweitenobjektiven?
Trotz der schwierigen Bedingungen haben sich beide Samyang-Objektive problemlos bewährt. Beim Fotografieren konnte ich mich voll und ganz auf die Objektive verlassen und hatte zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, dass die Bilder enttäuschen würden. Genau das braucht man in Situationen, in denen alles schnell geht und Momente nur einmalig sind.
Zu Hause angekommen, hat sich dieses Gefühl nur bestätigt. Dank der Schärfe und Konsistenz hatte ich eine große Auswahl an den aufgenommenen Bildern. Es ist sehr beruhigend, wenn man sich keine Gedanken über die Technik machen muss, sondern sich ganz auf das Timing und den Inhalt konzentrieren kann.
Hinzu kommt, dass sowohl das LK Samyang AF 35 mm F1.4 P FE als auch das LK Samyang AF 135 mm 1.8 FE bemerkenswert günstig sind, sodass diese Objektive ein besonders gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bieten. Für Fotografen, die das Maximum aus einer Situation herausholen möchten und gerne mit festen Brennweiten arbeiten, sind dies sehr gute Optionen. Allerdings erfordert die Arbeit mit Festbrennweiten vorausschauendes Denken und bewusste Bewegungen, was nicht für jeden Fotografen bei hektischen Veranstaltungen selbstverständlich ist.
Diese Kombination eignet sich vor allem für Fotografen, die sich bewusst für feste Brennweiten entscheiden und gerne Momente antizipieren. Wer lieber alles aus einer Position heraus aufnimmt oder maximale Flexibilität sucht, wird eher zu einem lichtstarken Zoomobjektiv greifen.



